Montag, 20. März 2017

Was ist eigentlich Design Thinking?

Die neue Form innovativer Zusammenarbeit und kreativen Denkens: Das ist Design Thinking. In den letzten Jahren ist Design Thinking ein regelrechter Hype geworden. Doch wie sieht diese innovative Zusammenarbeit genau aus? Was kann das Konzept?

Design Thinking ist ein Ansatz zur systematischen Herangehensweise an komplexe Problemstellungen und ein Prozess zur Förderung innovativer Ideen. Hierfür wird auf die Vorgehensweise von Designern zurückgegriffen, die sich zunächst dem Problemfeld widmen und stark nutzerorientiert arbeiten. Im Zentrum von Design Thinking stehen somit die Bedürfnisse des Nutzers, die im erfinderischen Prozess stetig präsent sind. Deshalb finden während des Prozesses immer Rückkopplungen zwischen Entwickler und seiner Zielgruppe statt, um so relativ früh Prototypen zu entwickeln und zu testen.

Wie sieht der Design-Thinking-Prozess aus?

Innovation als Ziel von Design Thinking vereint drei Komponenten: Technologie (Machbarkeit), Wirtschaft (Vermarktbarkeit) und Mensch (Wünschbarkeit), wobei letztere den Ausgangspunkt für den Design-Thinking-Prozess darstellt. Bevor jedoch der kreative Prozess beginnen kann, muss ein Team zusammengestellt werden – und zwar multidisziplinär: Wenig Mitglieder aus unterschiedlichen Fachdisziplinen arbeiten zusammen, um vielfältige Sichtweisen zu garantieren. Coaches helfen, indem sie die Gruppe von außen beobachten, begleiten und motivieren.

Ein multidisziplinäres Team ist einer von drei Bestandteilen für ein erfolgreiches Design Thinking. Der zweite ist der Prozess an sich, der aus sechs Phasen mit iterativen Schleifen besteht. Dies hat den Vorteil, dass sich früh Prototypen entwickeln lassen und Einsichten rekapituliert werden können. Fehler zu machen, ist dabei eine wichtige Erfahrung, und führt zur Weiterentwicklung des Projekts. Die Phasen, die jedes Team durchläuft, verknüpfen den intuitiven Prozess jedes Designers mit ingenieurwissenschaftlicher Methodik.

Design Thinker orientieren sich an folgenden Phasen:

  • Verstehen
  • Beobachten
  • Sichtweise definieren
  • Ideen finden
  • Prototypen entwickeln
  • Testen an Zielgruppen

Der dritte Bestandteil ist der variable Raum: Erst ein Raum, der für die Bedürfnisse von kreativen Denkern ausgestattet ist, schafft die Möglichkeit des optimierten Design Thinking. Für den innovativen Prozess sind bewegliche Möbel, viel Platz für Whiteboards und Präsentationsflächen sowie Material (z.B. Stoffe, Bilder, Legosteine) für die prototypische Gestaltung notwendig.

Der Ansatz des Design Thinking hat seinen Ursprung übrigens in Amerika: Erfinder David Kelley ist Gründer der berühmten Design-Agentur IDEO, Silicon Valley. Wer es selbst ausprobieren möchte, mietet den neuen Design-Thinking-Raum des NIT.


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