GRÜNDERTUM AM NIT

Am NIT Northern Institute of Technology Management können Studierende ihr eigenes Start-up gründen. In den Kursen von MyProject werden sie mit allen relevanten unternehmerischen Werkzeugen und Konzepten vertraut gemacht. Das Curriculum am NIT umfasst den gesamten Prozess vom Finden einer Geschäftsidee, der Erstellung eines Businessplans über die Suche nach Investoren bis hin zum Verkauf und zur Vermarktung des fertigen Produkts. Lernen Sie die Startups unser NIT Alumni kennen, die während oder nach des Studiums am NIT gegründet wurden.

Die Gründer_innen

Natalia Tomiyama, NIT Alumna Class 11 und Sandro Rabbiosi, NIT Alumnus Class 9, lernten sich über das Netzwerk des Northern Institute of Technology Management kennen. Die beiden Jungunternehmer_innen hatten am NIT das Technologiemanagement-Programm neben ihrem Studium an der Technischen Universität Hamburg absolviert. Zusammen mit ihrem Geschäftspartner Fahad Khan (links im Bild) gründeten sie 2016 ihr Startup NÜWIEL.

NÜWIEL

Stau, Feinstaub und Lärm: Metropolen wie Berlin, London oder New York leiden unter dem großen Verkehrsaufkommen auf ihren Straßen. Alleine der Verkehr in Deutschland ist für mehr als 100 Mio. Tonnen CO2-Emissionen jährlich verantworlich. Die feinen Partikel, die dabei ausgestoßen werden, verursachen vielfältige Beschwerden wie Krebs und andere Lungenkrankheiten.

Die Idee

NÜWIEL möchte die Stadt von Stau, Lärm und Luftverschmutzung befreien. Mit einem elektrisch betriebenen Fahrradanhänger wollen sie die städtische Luft verbessern, ohne auf den Komfort eines Autos zum Lastentransport verzichten zu müssen. Ihr intelligenter Fahrradanhänger nimmt dem Radfahrer nicht nur die Last der Fracht ab, sondern er weiß auch, wann er bremsen oder beschleunigen muss.

NÜWIELs Anhänger ist für innerstädtische Kleintransporte konzipiert und erleichtert das Fahrradfahren mit Gepäck durch ein intelligentes Brems- und Beschleunigungssystem. Sensoren messen die Last des Anhängers und können feststellen, ob es bergauf oder bergab geht. Dadurch wird je nach Bedarf die Schubkraft des Elektromotors reguliert oder das dreifach gesicherte Bremssystem aktiviert. Mit wenig Anstrengung kann Gepäck bis zu 120 kg transportiert werden.

Ausblick

Seit seiner Gründung befindet sich das Jungunternehmen mit dem elektrischen Fahrradanhänger auf Erfolgskurs. Die Förderprogramme EXIST Gründerstipendium, InnoRampUp und Climate-KIC konnten sie bereits für sich gewinnen. Im Februar 2017 nahm NÜWIEL als einziges europäisches Startup an der Food+City Challenge in Austin, Texas, teil und gewonn den dritten Platz. Noch im selben Jahr wurde ihr Anhänger beim Gründergeist-Wettbewerb der Wirtschaftsjunioren der Handelskammer Hamburg ebenfalls mit Bronze ausgezeichnet. Außerdem konnte sich das Team im September 2018 gegen 1300 Mitbewerber durchsezten und sich somit die Teilnahme am IKEA Bootcamp sichern. Im September 2019 gewann das Start-up den ersten Platz beim Digital Logistics Award, ausgezeichnet vom Digital Logistics Hub in Dortmund.



Die Gründerinnen

Die Amerikanerin Melissa und die aus Barbados stammende Cherisa haben sich bei ihrem Masterstudium am NIT Northern Institute of Technology Management kennengelernt. Am NIT studieren sie "Technology Management" (MA/MBA) parallel zu einem MSc an der Technischen Universität Hamburg (TUHH). "Obwohl wir anfangs besorgt waren, dass unsere sehr ähnlichen technischen Backgrounds ein Problem sein könnten, merkten wir schnell, wie gut wir als Geschäftspartnerinnen zusammenarbeiten." sagt Melissa Gile. Unterstützt wird das internationale Team durch die in den USA lebende Amanda Woodcock, die vor allem für die Entwicklung des Prototyp-Handschuhs verantwortlich war.

TWOFOLD

Circa 1,3 Millionen Amerikaner besitzen eine Armprothese. Allerdings haben etwa 60% dieser Patienten Probleme den vollen Nutzungsumfang ihres prothetischen Körperteils auszuschöpfen. Zu große Erwartungen und mangelndes Training sorgen schnell für Frustrationen und führen nicht selten zur Ablehnung der bionischen Gliedmaßen. Bei Kosten zwischen 10.000 und 100.000 US-$ pro Prothese ist ein unzufriedener Patient nicht nur emotional, sondern auch finanziell stark belastet.

Die Idee

"Auch wenn es mittlerweile eine Vielzahl verschiedener Prothesenarten gibt, halten sich die ergänzenden Therapieangebote der Hersteller in Grenzen. Es gibt in diesem Bereich immer noch eine Marktlücke", erklärt Cherisa.


Die NIT-Alumni Cherisa und Melissa haben sich dem Problem angenommen und möchten den Prothesenträger_innen helfen. Ihr Ziel ist es, Möglichkeiten zu schaffen, damit Patient_innen auch zuhause, außerhalb der Krankengymnastik, üben können. "Auch wenn es mittlerweile eine Vielzahl verschiedener Prothesenarten gibt, halten sich die ergänzenden Therapieangebote der Hersteller in Grenzen. Es gibt in diesem Bereich immer noch eine Marktlücke", erklärt Cherisa. Mehr als 10.000 Menschen erhalten jedes Jahr erstmals eine Armprothese in den USA. Besonders die neuen Nutzer möchten die Studentinnen in der schwierigen Anfangsphase unterstützen.

Nach umfangreichen Interviews mit Patient_innen, Krankengymnast_innen und Ärzt_innen entstand die Idee, einen prothetischen Handschuh mit einer dazugehörigen App zu entwickeln. Der Handschuh ist via Bluetooth mit der App verbunden. Flexible Sensoren in den einzelnen Fingern erfassen jede Bewegung und bringen kleine LED-Lampen zum Leuchten, sobald eine Bewegung erfolgt. Mit der App können Standardbewegungen bis hin zu filigranen Übungen spielerisch trainiert werden. Alltägliche Dinge wie eine Kaffeetasse halten, Lebensmittel schneiden oder einen Ball werfen, sind mit etwas Training schneller wieder möglich. Solch ein Handschuh würde im Handel etwa 600 US-$ kosten - App inklusive. Überschaubar, wenn man die hohen Kosten für eine Prothese bedenkt.

Ausblick

Aktuell schreiben Melissa und Cherisa an einem ausführlichen Business Plan. Das Einwerben von Fördergeldern und eine längere Testphase mit ihrem Prototyp wären die nächsten Schritte. Ob die Beiden wirklich mit ihrem prothetischen Handschuh an den Markt gehen, ist dennoch ungewiss. Für andere potenzielle Gründer_innen haben sie trotzdem einen Tipp: "Es ist wichtig, immer ein "Ideenbuch" mitzunehmen. Für den Fall, dass dir eine Idee an der Uni, während der Arbeit oder im alltäglichen Leben über den Weg läuft."



FADENFELD

3.762 Nägel und mehr als ein halber Kilometer Faden, das alles steckt in nur einem FADENFELD. Die Kunstwerke von den NIT-Alumni Nico Göhner und Alexander Sbitnew und ihrem Partner Justus Basler sind nicht nur schön anzusehen, sondern auch technische Meisterwerke.

Die Idee

"Die Idee entstand, als Justus ein individuelles Geschenk für seinen Vater gesucht hat. Er wollte sich und seine beiden Geschwister auf einzigartige Weise darstellen und das in Form eines spektakulären Bildes", erklärt Nico Goehner.

Im Internet stießen die jungen Männer auf den Do-It-Yourself-Trend "String-Art". In unzähligen Videos und Blogs finden sich Anleitungen für das Herstellen von Fadenkunst. Jedoch waren die drei Ingenieursstudenten von der Qualität nicht überzeugt und haben es sich zur Aufgabe gemacht, hochwertigere und nach Wunsch gefertigte String-Art Bilder anzubieten. Davon inspiriert, wurde aus der Geschenkidee schnell eine Geschäftsidee. Anschließend entwickelten die Jungunternehmer eine Maschine, die die Nägel eigenständig mit Fäden umwickelt. Mit einem digitalen Porträtfoto als Grundlage entstehen die individuellen String-Art-Bilder nach Kundenwunsch.

Ausblick

Nach einigen kleinen Fehlschlägen und Herausforderungen können Bilder zuverlässig gefertigt werden: Einzig und allein die Nägel müssen noch händisch auf der Holzplatte angebracht werden. Trotzdem reichen 24 Stunden nur sehr selten für den Gesamtprozess aus."Wir erhoffen uns, durch den Mix aus Technologie und Kunst auch Kunst-ferne Leute zu begeistern und als Kunden zu gewinnen", sagt Nico Göhner.

Die Gründer

Die NIT Class 17 Alumni Nico Göhner und Alexander Sbitnew nutzten ihre Kenntnisse aus dem Entrepreneurial-Management-Kurs am NIT Northern Institute of Technology Management, um das Start-up FADENFELD zu gründen. Mit ihrem Freund Justus Basler, der den Algorithmus programmierte, stellen sie gemeinsam Fadenkunst her.



FLUGILO

Flugsicherheit wird in Deutschland großgeschrieben. Airlines müssen ihre Flugzeuge regelmäßig warten. Alle sechs bis zehn Jahre wird jedes Flugzeug auseinandergebaut und generalüberholt. Die engen Flugzeughallen stellen dabei eine Herausforderung dar. Kollisionen mit anderen Flugzeugen, Fahrzeugen oder Wänden stehen an der Tagesordnung.

Die Idee

"Für die Reparatur von so entstandenen Schäden muss die Flugzeugindustrie jährlich mehrere Millionen Euro ausgeben. Wir von Flugilo glauben, dass wir diese Kosten mit unseren Sensoren signifikant reduzieren können", erklärt Andrew Moakes, Mitbegründer von Flugilo.

Bisher ist es sehr aufwendig, ein Flugzeug zu bewegen. Bodenpersonal läuft unter den Tragflächen und dem Heck entlang und weist den Piloten in die Parkposition. Das kann bis zu 60 Minuten dauern und ist mit hohen Personalkosten verbunden. Genau das möchten Alex und Andrew mit ihrem Start-up Flugilo ändern. Mit Hilfe von Saugnäpfen wird ihr mobiler Sensor an den Tragflächen befestigt. Ähnlich wie bei der Einparkhilfe eines Autos zeigt das Gerät, ob sich das Flugzeug zu nah an einem Gegenstand befindet. Laut Flugilo könnte schon ein Sensoren-Set große Ersparnisse im Bereich Reparatur- und Personalkosten erzielen.

Ausblick

Die Idee der Studenten findet viel Anerkennung. Beim Uni-Pitch, dem gemeinsamen Gründer-Event der Hamburger Hochschulen, erreichten sie das Finale. Aktuell testen sie einen selbstgebauten Prototyp an einem echten Flugzeug. Das Feedback aus der Industrie ist positiv. Um ihren Prototypen weiterzuentwickeln, suchen Alex und Andrew noch nach Investoren.

Die Gründer

Kennengelernt haben sich die Flugilo-Gründer am NIT Northern Institute of Technology Management. Hier studierten die beiden Amerikaner Technology Management (MA) parallel zu einem MSc an der Technischen Universität Hamburg. "Andrew und ich hatten bereits erste Erfahrungen in der Produktentwicklung. Als wir uns kennenlernten, merkten wir schnell, dass wir gut zusammenarbeiten können. Deshalb entschlossen wir uns auch, Flugilo gemeinsam zu starten", sagt Alexander.

Zwei Männer mit einer Modellflugzeug in der Hand

Die Gründer

Das Team besteht aus drei Gründern: Rodrigo Hortega und Alejandro Espinoza, Class 16, sind beide Mexikaner, die die Probleme der Kriminalität erlebt haben und die Auswirkungen auf ihre Lebensqualität kennen. Bojidar Dimitrov ist begeisterter Backpacker, der die Notwendigkeit von sicheren Routen auf Reisen zu unbekannten Orten kennt.

SWALK

Kriminalität ist ein Problem, das die Lebensqualität von Millionen von Menschen in Städten in der ganzen Welt deutlich verringert, vor allem in Lateinamerika, mit 42 der 50 gefährlichsten Städte. Das unsichere Gefühl in bestimmten Gegenden kann sehr intensiv sein, mit Swalk kann es anders sein.

Die Idee

Swalk ist eine mobile Anwendung, die den Benutzern die sicherste Route zu ihrem Ziel zeigt. Die Strecken sind je nach Sicherheitsstufe rot, gelb und grün gefärbt - und das in Echtzeit. Um die Routen zu erstellen, verwendet Swalk zwei Informationsquellen: Offizielle Daten der Polizeiabteilungen und von den Benutzern erstellte Daten. Swalk erlaubt den Nutzern, Verbrechen zu melden, die sich gerade ereignen.

Um die Wahrheitsgehalt der Berichte zu prüfen, wird jede Meldung, die von einem Nutzer erstellt wurde, validiert. Dies geschieht anhand ihres Profilverhaltens und Meldungen anderer Profile mit ähnlichem Inhalt. Darüber hinaus ermöglicht Swalk den Nutzern, ihre Live-Location mit einem Ansprechpartner zu teilen, während sie einem sicheren Weg folgen. So kann der Nutzer sein Sicherheitsgefühl stärken.

Ausblick

Swalk ist im Moment als Beta-Version in Mexiko-Stadt und Puebla nutzbar. Es zeigt sichere Wege zu Fuß, per Rad und mit dem Auto an. "Die Weiterentwicklung von Swalk liegt momentan leider auf Eis. Wir konnten bisher keine Investoren gewinnen. Nun sind wir beruflich anders eingebunden, um unseren Lebensunterhalt zu bestreiten. Es ist derzeit nicht klar, ob das Projekt fortgesetzt wird. Dennoch haben uns die harte Arbeit und die Erfahrungen, die wir bei der Entwicklung von Swalk gemacht, gut auf zukünftige Herausforderungen vorbereitet." so Alejandro Espinoza.

GRÜNDEN AM NIT

Im Zentrum des Technologiemanagement-Studiums (MBA/MA) steht für alle Studierenden ein eigenes Innovationsprojekt – entweder die Entwicklung einer eigenen Geschäftsidee oder ein Projekt in einem Partnerunternehmen des NIT.

In MyProject entwickeln die Studierenden Methodenkompetenzen, die in einer agilen, digitalen Arbeitswelt gefragt sind. Mit Themen wie Geschäftsideenentwicklung, Businessplan und Marketing werden alle Bereiche abgedeckt, die bei der Gründung eines eigenen Unternehmens relevant sind. Dieses Wissen kann sowohl im Praktikum oder in der Master's Thesis vertieft werden. Bei Wunsch unterstützt das NIT die Studierenden dabei aus der anfänglichen Idee ein eigenes Start-up zu machen.


NIT TERMINE

27. Oct - 19. Dec
BERUFSTÄTIGE, ALUMNI

SEMINAR: SHAPING THE DIGITAL WORLD 2019

In dem Kurs „Shaping the Digital World“ werden Chancen aufgezeigt, die die Digitalisierung Unternehmen bieten kann. Kick-off-Workshop: 27.10.2019

5. Nov

HAMBURGER WIRTSCHAFTSDIALOG: MACHINE LEARNING

Was können Algorithmen für Ihr Unternehmen tun? Diskutieren Sie mit beim Hamburger Wirtschaftsdialog des NIT am 5. November 2019.

28. Nov
BERUFSTÄTIGE, FÜHRUNGSKRÄFTE, ALUMNI, STUDIERENDE

NIT @ KÖRBER-FORUM: NEUE INGENIEURE BRAUCHT DAS LAND

Studierende und Hochschulspitzen diskutieren wie das Ingenieurstudium von Morgen aussehen sollte. Eine Kooperation von NIT & Körber Forum

Alle Termine anzeigen

IHRE ANSPRECHPARTNERIN

INES KULKA

Alumni & Customer Relations Manager
ines.kulka@bitte nicht bespammennithh.de
+49 40 42878 4287

Linkedin XING