Freitag, 16. Dezember 2016

Das NIT trauert um seinen Gründer

Das NIT Northern Institute of Technology Management trauert um Professor Hauke Trinks, ehemaliger Präsident der Technischen Universität Hamburg (TUHH) und Gründer des NIT. Er starb am im Alter von 73 Jahren auf Utsira in Norwegen. Trinks prägte die Technische Universität nachhaltig und setzte mit der Gründung des Northern Institute of Technology Hamburg (heute: NIT Northern Institute of Technology Management) neue Impulse. Früh hatte er in den 90er-Jahren den hohen globalen Wettbewerbsdruck in der akademischen Ausbildung erkannt. Auch das Bewusstsein, dass Internationalisierung und moderne Lehr- und Lernformen in die technisch-wissenschaftliche Ausbildung gehören, brachte ihn auf die Idee, das NIT zu gründen. "Die am NIT in Verbindung mit der TUHH ausgebildeten leistungsbewussten und engagierten jungen Menschen werden im Verlauf ihres späteren beruflichen Werdegangs in vielen Ländern der ganzen Welt in Führungspositionen tätig sein und gewissermaßen Botschafter Hamburgs darstellen", schilderte Trinks damals seine Vision. Mit der erfolgreichen Gründung des NIT im Jahr 1998 verstand es Hauke Trinks, seine Ideen auch institutionell zum Ausdruck zu bringen. Seinem Ansatz ist das NIT bis heute treu geblieben.

Persönliche Stimmen zum Tod von Hauke Trinks

Professor Otto von Estorff, Präsident des NIT: "Mit seiner Energie und seiner Willenskraft ist es Hauke Trinks damals gelungen, seine Kollegen für das NIT zu begeistern. Wir haben mit ihm nicht nur unseren Gründer verloren, sondern auch einen Vordenker, sehr geschätzten Kollegen und lieben Freund. Mit seinem Einsatz für die Sache, seiner aufrichtigen Haltung und seiner Selbstdisziplin wird er für uns und unsere Studierenden immer ein Vorbild bleiben. Wir werden Hauke Trinks und seine Impulse für das NIT vermissen."

Verena Fritzsche, Geschäftsführerin des NIT: "Wir trauern um unseres Gründungsvater Hauke Trinks. Er gründete das NIT mit der Vision, die besten Ingenieure aus aller Welt auf dem Campus der TUHH zusammenzubringen und ihnen Management-Know-how zu vermitteln. Wir sind stolz, diese Vision bis heute zu leben und fortzuführen. Hauke Trinks wird immer ein Teil des NIT sein."

Professor Garabed Antranikian, Präsident der TUHH: "Die TUHH wird ihrem ehemaligen Präsidenten und Professor Hauke Trinks ein ehrendes Andenken bewahren. Wir haben mit ihm einen Vordenker, einen Freund und Vertrauten verloren, der wie kaum ein anderer die positive Entwicklung der TUHH von ihrer Gründung bis ins neue Jahrtausend beeinflusst hat. Er gilt Generationen von Studierenden und heutigen Ingenieuren als Vorbild in seiner Haltung, Disziplin, Zähigkeit und die Neugier des Entdeckers miteinander zu verbinden."

Professor Wolfgang Bauhofer, ehemaliger Präsident des NIT (1999-2012): "Mit Hauke Trinks ist der bedeutendste Ideengeber für die TUHH von uns gegangen. Seine visionären Ideen, wie die frühzeitige Einführung internationaler Studiengänge und die Gründung des Northern Institute of Technology, haben unserer Universität internationales Ansehen eingebracht. Ich hatte das Glück und die Ehre einige dieser Entwicklungen aktiv mitgestalten zu dürfen."

Professor Heinrich Mecking, ehemaliger Präsident der TUHH (1987 bis 1993): "Hauke lebte und liebte das Extreme. Er war ein ebenso charmanter wie ungestümer Kreativgeist, dem es wie keinem zweiten gelungen ist, die Hamburger Öffentlichkeit für die Ideen zur Entwicklung der TU in Harburg zu begeistern."

Professor Edwin Kreuzer, ehemaliger Präsident der TUHH (2005 bis 2011): "Hauke Trinks war ein Mensch, der andere anregen, begeistern und antreiben konnte! Ohne Hauke Trinks gäbe es das NIT nicht: Er war Ideengeber, Gestalter und leidenschaftlicher Werber für die damals neuartige Kombination aus staatlicher und privater Hochschule. Er hat Wissenschaftler, Politiker, Wirtschaftsvertreter und Vertreter des öffentlichen Lebens von der Konzeption bis zur Realisierung des NIT überzeugt. Ich habe die intensive Zusammenarbeit mit ihm auch in dieser Phase sehr geschätzt."

Professor Cornelius Herstatt, NIT-Dozent und Leiter des TUHH-Instituts Technologie- und Innovationsmanagement: "Hauke Trinks war eine ganz besondere Persönlichkeit: Visionär, willensstark, mitreißend und dabei immer bescheiden. In der Deutschen Hochschullandschaft war er erfrischend unkonventionell und für die TUHH hat er während seiner Präsidentschaft maßgebliches geleistet. Wir haben ihm alle sehr viel zu verdanken, Ich werde ihn sehr vermissen".

Professor Dittmar Machule, einer der 40 Gründungsprofessoren des NIT: "Hauke Trinks war Zeit seines Lebens ein Getriebener, getrieben für jedes Projekt, dem er sich verschrieb, voll und ganz: "Ich werde es schaffen. Ich schaffe es immer". Er war ein Mensch, dessen Willens- und Tatkraft alle Schwierigkeiten überwand, mit manchmal spitzbübischer Freude, in unkonventioneller Art und Weise. Ebenso war er Kumpel und mit ihm konnte jeder Tachles reden. Er hat der jungen TUHH gut getan. Hauke Trinks kommt nie wieder. Er hat sich endgültig verabschiedet. Das schmerzt sehr.

Professor Dieter Läpple, einer der 40 Gründungsprofessoren des NIT: "Hauke Trinks war der außergewöhnlichste Mensch, den ich kennengelernt habe. Ich bewunderte seine konsequente Lebenshaltung und empfinde es als ein Glück,dass ich ihn kennenlernen und einige Zeit mit ihm zusammenarbeiten durfte."

Über Hauke Trinks

Hauke Trinks wurde 1943 in Berlin geboren. Von 1950 bis 1958 lebte er mit seinen Eltern in Schweden. 1964 bis 1969 studierte er Physik an der Universität Bonn. Nach Abschluss seines Studiums war Trinks Projektleiter beim French-German Research Institute of Saint-Louis, Frankreich, bevor er 1972 an der Universität Freiburg promoviert wurde. Ab 1974 lehrte er als Professor für Messtechnik an der Universität der Bundeswehr Hamburg, bevor er 1982 als Leiter des Instituts für Messtechnik an der Technischen Universität anfing. Zwischen 1988 und 1989 war er Vizepräsident der TUHH. 1998 gründete er in enger Kooperation mit der Körber-Stiftung das NIT auf dem Campus der TUHH. 1990 bis 1993 baute er an der Universität Tromsö, Norwegen, die Fakultät für Elektrotechnik und Informatik erfolgreich auf. Unmittelbar nach seiner Rückkehr aus Norwegen wurde er - nach der Gründungspräsidentschaft von Hans Günter Danielmeyer und der ersten Präsidentschaft von Heinrich Mecking - 1993 zum zweiten Präsidenten der TUHH gewählt. In der Forschung befasste er sich mit Satellitentechnik, Umweltmesstechnik und elektromagnetischer Verträglichkeit. Er war leidenschaftlicher Segler mit einem ausgeprägten Hang zum Abenteuer. So verband er nach seiner Präsidentschaft seine Liebe zur Grundlagenforschung mit einer Überwinterung im Eis auf Spitzbergen. Obwohl er auf der Insel Utsira in Norwegen lebte, blieb er mit seiner deutschen Heimat weiterhin in intensivem Kontakt.

 

Bild: Hauke Trinks ©ullstein bild - Thumser


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