Montag, 7. September 2015

NIT-Studierende entwickeln Pflegestuhl

Joshua Graf, NIT Northern Institute of Technology Management Class 15, hatte eine Idee. Inspiriert von den Erfahrungen, die seine Familie mit der ambulanten Pflege der Großmutter machte, entwickelt er ein Hilfsmittel für Pflegebedürftigen. Mit seinen Kommilitonen, Paula Segelken und Johannes Dörr, arbeitet der 26-jährige Student an einem neuartigen multifunktionalen Pflegestuhl: Karon.

Die Zahlen, die das studentische Team recherchiert hat, zeigen, dass ein multifunktionaler Pflegestuhl Zukunft hat: Es gibt zurzeit fast drei Millionen pflegebedürftige Menschen in Deutschland. Ein Großteil dieser Menschen ist immobil und auf Unterstützung durch Familienangehörige oder professionelle Pflegekräfte angewiesen. Dabei sind die Pflegenden einer hohen körperlichen Belastung ausgesetzt. Die Folge für die Gesellschaft sind u.a. krankheitsbedingte Ausfälle und ein enormer Wirtschaftsschaden.
Joshua Graf und seine Kommilitonen versuchen, diesen Herausforderungen zu begegnen. Der multifunktionale Pflegestuhl, den die Studierenden am NIT im Rahmen des Seminars Business Planning bei Professor Thomas J. C. Matzen in der Vertiefungsrichtung Entrepreneurial Management, entwickeln, soll die Pflege für Angehörige und Pflegekräfte erleichtern. Die Idee kam Joshua, der im Double Degree Program Maschinenbau an der TUHH und Technology Management am NIT studiert, als seine Großmutter an Demenz erkrankte und sein Großvater sie pflegte: „Meine Großmutter war früh immobil, sodass mein Großvater sie oft tragen musste. Als es irgendwann zu Hause nicht mehr ging, musste meine Großmutter ins Pflegeheim umziehen. Wäre die physische Belastung geringer gewesen, hätte mein Großvater sie länger zu Hause pflegen können.“

Um bei Konstruktion und Entwicklung von Karon die Anforderungen des Zielmarkts zu berücksichtigen, besuchten die Studierenden Pflegeheime, befragten Pflegekräfte und führten Workshops durch. Im April stand schließlich das Konzept: „Wir wollen mit Karon vor allem das Problem mit der körperlichen Belastung bei der Pflege lösen“, sagt Joshua. Dabei hebt sich der Pflegestuhl durch unterschiedliche Modifikationen von herkömmlichen Pflege- und Rollstühlen ab.

Beratung bei der Entwicklung ihres Produkts erhält das Team um Joshua vom Startup Dock der TUHH. Die Geschäftsidee, die hinter dem Produkt steckt, erarbeiten die Studierenden kontinuierlich gemeinsam im Track Entrepreneurial Management am NIT gemeinsam mit Dozenten und Coaches. Weitere Unterstützer, darunter Stiftungen, gewährten den Studierenden eine erste finanzielle Starthilfe, um die Entwicklung eines Prototyps voranzutreiben, der im kommenden Herbst produziert werden soll.


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